Kurze Information
- Der Humerus (lateinisch: humerus) ist der lange Knochen des Oberarms und verbindet das Schultergelenk mit dem Ellenbogengelenk.
- Er spielt eine zentrale Rolle bei der Bewegung und Stabilität des Arms.
- Der Humerus artikuliert proximal mit der Scapula (Schulterblatt) und distal mit Radius und Ulna (Speiche und Elle).
Anatomische Relationen
- Proximal: Der Humerus artikuliert über den Glenoid der Scapula im Schultergelenk.
- Distal: Er bildet das Ellenbogengelenk durch Artikulation mit dem Radius und der Ulna.
- Umgebende Strukturen:
- Muskeln: Der Humerus ist von wichtigen Muskeln umgeben, wie dem Musculus deltoideus, Musculus biceps brachii und Musculus triceps brachii.
- Nerven: Der Nervus radialis verläuft entlang des Humerusschafts in der Radialrinne.
Lokalisation
Der Humerus befindet sich im Oberarm und erstreckt sich vom Schultergelenk bis zum Ellenbogengelenk. Er ist der einzige Knochen des Oberarms und verbindet den Arm mit dem Rumpf.
Merkmale
Teile
- Caput humeri (Kopf des Humerus): Kugelförmiger Kopf, der in die Gelenkpfanne der Scapula passt und das Schultergelenk bildet.
- Collum anatomicum (Anatomischer Hals): Grenze zwischen Kopf und Schaft; hier setzt die Gelenkkapsel an.
- Collum chirurgicum (Chirurgischer Hals): Engstelle unterhalb des Kopfes, häufige Frakturstelle.
- Corpus humeri (Schaft des Humerus): Zylindrischer Mittelteil des Knochens.
- Distales Ende: Bildet die Gelenkflächen für das Ellenbogengelenk.
Oberflächen
- Vordere Oberfläche (Facies anterior):
- Glatte Fläche für Muskelansätze wie den Musculus brachialis.
- Hintere Oberfläche (Facies posterior):
- Hier verläuft die Radialrinne, in der der Nervus radialis verläuft.
Landmarks
- Tuberculum majus (Großer Höcker): Lateraler Vorsprung, Ansatzpunkt für verschiedene Muskeln wie den Musculus supraspinatus.
- Tuberculum minus (Kleiner Höcker): Medialer Vorsprung, Ansatzpunkt für den Musculus subscapularis.
- Sulcus intertubercularis (Bizepsrinne): Vertiefung zwischen den beiden Tuberkeln, durch die die Sehne des Musculus biceps brachii verläuft.
- Epicondylus medialis und lateralis: Knochenvorsprünge am distalen Ende, Ansatzpunkte für Unterarmmuskeln.
- Trochlea humeri: Gelenkfläche zur Artikulation mit der Ulna im Ellenbogengelenk.
- Capitulum humeri: Gelenkfläche zur Artikulation mit dem Radius.
Gefäßversorgung und Innervation
- Arterielle Versorgung:
- Die Hauptarterie ist die Arteria brachialis, die entlang des Humerusschafts verläuft.
- Weitere Äste wie die Arteria profunda brachii versorgen den Knochen und umliegende Strukturen.
- Venöse Drainage:
- Die Venen begleiten die Arterien, insbesondere die Vena brachialis.
- Innervation:
- Der Humerus wird von Nerven aus dem Plexus brachialis innerviert. Wichtige Nerven sind der Nervus radialis, Nervus musculocutaneus und Nervus axillaris.
Ossifikation
Die Ossifikation des Humerus erfolgt durch mehrere Zentren:
- Schaft-Ossifikation: Beginnt in der 8. Woche intrauterin.
- Proximales Ende: Ossifikationszentren für den Kopf, das Tuberculum majus und minus erscheinen im ersten Lebensjahr.
- Distales Ende: Ossifikationszentren für Trochlea, Capitulum und Epicondylen erscheinen zwischen dem 2. und 5. Lebensjahr.
Die vollständige Fusion dieser Zentren erfolgt zwischen dem 16. und 20. Lebensjahr.
Klinische Korrelationen
- Humerusschaftfraktur: Eine häufige Verletzung durch Stürze oder direkte Traumata. Sie kann zu einer Schädigung des Nervus radialis führen, was eine sogenannte Fallhand verursacht.
- Proximale Humerusfraktur: Besonders bei älteren Menschen häufig aufgrund von Osteoporose. Diese Fraktur betrifft oft den chirurgischen Hals.
- Epicondylitis (Tennisellenbogen): Eine Entzündung der Sehnenansätze am Epicondylus lateralis durch Überbeanspruchung.
- Schulterluxation: Eine Luxation des Humeruskopfes aus der Gelenkpfanne tritt häufig bei Sportverletzungen auf. Sie kann zu einer Schädigung des Nervus axillaris führen.
