Pantaloon-Hernie

Die Pantaloon-Hernie, auch bekannt als Romberg-Hernie, ist eine besondere Form der Leistenhernie, bei der auf derselben Seite gleichzeitig eine direkte und eine indirekte Leistenhernie vorliegt. Der Name „Pantaloon“ leitet sich von der Ähnlichkeit mit einer Hose ab, da die beiden Bruchsäcke wie die „Hosenbeine“ auf beiden Seiten der epigastrischen Gefäße liegen.


Anatomie und Pathophysiologie

  • Direkte Hernie: Der Bruchsack tritt durch die mediale Schwachstelle der Bauchwand (Fossa inguinalis medialis) und liegt medial der epigastrischen Gefäße.
  • Indirekte Hernie: Der Bruchsack verläuft durch den inneren Leistenring (Fossa inguinalis lateralis) und liegt lateral der epigastrischen Gefäße.
  • Beide Bruchsäcke sind durch die epigastrischen Gefäße getrennt, sodass sie wie zwei Hosenbeine erscheinen.

Klinische Merkmale

  • Symptome:
  • Leistenschmerzen, die unter Belastung zunehmen.
  • Schwellung in der Leistenregion, die sich bei Husten oder Pressen verstärkt.
  • In einigen Fällen kann die Schwellung bis ins Skrotum reichen (bei ausgeprägter indirekter Komponente).
  • Die Symptome können stärker ausgeprägt sein als bei einer isolierten Leistenhernie, da zwei Bruchsäcke vorhanden sind.

Diagnostik

  1. Klinische Untersuchung:
  • Palpation zeigt oft eine doppelte Vorwölbung in der Leiste.
  • Die Unterscheidung zwischen direkter und indirekter Hernie kann schwierig sein.
  1. Bildgebung:
  • Ultraschall: Darstellung beider Bruchsäcke und ihrer Beziehung zu den epigastrischen Gefäßen.
  • CT oder MRT: In unklaren Fällen hilfreich, insbesondere bei großen oder komplizierten Hernien.

Therapie

Die Behandlung der Pantaloon-Hernie ist immer chirurgisch, da sie unbehandelt das Risiko einer Inkarzeration oder Strangulation birgt.

Operative Verfahren

  1. Offene Operation:
  • Klassische Methoden wie nach Shouldice oder Lichtenstein können eingesetzt werden.
  • Beide Bruchpforten (medial und lateral) werden identifiziert und verschlossen.
  • Ein Netz wird zur Verstärkung der Bauchwand eingesetzt (z. B. spannungsfreie Lichtenstein-Technik).
  1. Minimalinvasive Verfahren:
  • TEP (Total extraperitoneale Plastik) oder TAPP (Transabdominelle präperitoneale Plastik):
    • Diese Techniken ermöglichen eine gleichzeitige Versorgung beider Bruchpforten mit einem großen Netz.
    • Besonders geeignet für bilaterale Hernien oder Rezidivhernien.

Prognose

  • Nach adäquater chirurgischer Versorgung ist die Prognose gut.
  • Die Verwendung eines Netzes reduziert das Risiko eines Rezidivs erheblich.

Die Pantaloon-Hernie ist eine komplexe Form der Leistenhernie, die sowohl diagnostisch als auch operativ besondere Aufmerksamkeit erfordert. Eine präzise anatomische Kenntnis und ein individuell angepasstes chirurgisches Vorgehen sind essenziell für eine erfolgreiche Behandlung.

Sources

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